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Das Lobenstein - Hirschberger - Gangrevier zählte einst zu den bedeutendsten Eisenerzabbaugebieten Thüringens. Im Gebiet zwischen Lobenstein, Schlegel, Lichtenberg / Ofr., Blankenstein, Hirschberg, Gefell, Schleiz und Saalburg sollen bereits vor dem 30 - jährigen Kriege 344 Bergwerke in Betrieb gewesen sein. Grundlage des über Jahrhunderte währenden Abbaues waren Vorkommen von reichhaltigem Eisenstein (Spateisenstein, Siderit, Brauneisenstein, Limonit), die den Bergleuten lange Zeit Lohn und Brot gaben. Das Zentrum des Bergbaues unserer Region fand sich unmittelbar bei Lobenstein in den Waldgebieten des sogenannten Tännig und des Saalwaldes. Hier befanden sich die meisten Grubenbetriebe. Heute bietet sich nur noch sehr vereinzelt die Gelegenheit, kleine Bereiche der alten Gruben direkt zu untersuchen. Ein Großteil der Mundlöcher der alten Zechen ist mit dem Stau des Bleiloch - Stausee im Jahre 1932 unter Wasser gesetzt worden und dadurch ersoffen.

Wenn Sie etwas ganz Bestimmtes zum historischen Lobensteiner Erz- und Alaunbergbau wissen möchten, können Sie sich an das
Private Auskunftszentrum zum Bergrevier Lobenstein in Thüringen wenden. Dort wird versucht Ihre Fragen zu beantworten.

Abb. oben rechts: Schlägel und Eisen, Detail der Lobensteiner Knappschaftsfahne aus dem Jahre 1837


Die häufigsten Minerale in den Erzgängen des sogenannten Lobenstein-Hirschberger Gangrevieres sind Quarz (1), oft in schönen Bergkristallen ausgebildet, und Siderit (2 - dunkelbraun), auch Spateisenstein oder Spateisenerz genannt, ganz früher von den Bergleuten als weisser Eisenstein bezeichnet. Nebenher kam auch Ankerit (2 - hellbraun) in grösseren Massen vor, der das eigentliche Eisenerz in den hiesigen Lagerstätten oft verdrängte.

Die nebenstehend gezeigten Belege stammen aus der alten Zeche Seegen Gottes Fundgrube oder Silberknie Fundgrube am Silberknie bei Saaldorf.





Der Mittelstolln der Grube >Johanneszeche consolidirt Feld< im unteren Saalwald bei Saaldorf hat den Johanneszechener Spateisenstein-Gang zum Aufschluss gebracht. In Teilen der Erzlagerstätte war das Spateisenerz des Ganges durch Kalkspat und Ankerit ersetzt und dadurch für die Bergknappen nur taubes Gestein. Zusätzlich trat in untergeordneten Mengen auch Pyrit (Schwefelkies) mit auf. In den Gängen fand sich z.T. Quarz in großen Massen, dagegen Chalcedon (z.T. Achat-ähnlich) nur in untergeordnetem Umfang.

Fundort des abgebildeten Beleges: Abbaublock im Füllortbereich des 1. Lichtloches des Mittelstollns  der Grube Johanneszeche consolidiert Feld.



  
   


Wahrzeichen einstigen Bergbaues: Der alte Pulverturm im Lobensteiner Tännig um 1965. Gleichgültigkeit und Ignoranz gegenüber geschichtlicher Tradition haben den Verfall beschleunigt und das Bauwerk seit 1970 ganz verschwinden lassen.

Außerordentlich selten zu beobachtendes Ereignis der Gaseruption einer Kohlendioxid- führenden Quelle im Bereich der Wasserseige des Tiefen Stolln der Heinrichszeche Fundgrube bei Harra, 5 km von Lobenstein entfernt.

(Aufn.: Carsten A. Dunkel, 1993)

  

                                Bergbau-DVD's findet man hier. Bilder aus dem Revier gibt es hier.
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